Unser heutiger Guide dreht sich um das Thema Kartoffeln pflanzen. Kartoffeln lassen sich auch ohne Gartenerfahrung anbauen – die Pflanze ist robust und verzeiht kleinere Pflegefehler. Was wirklich über den Ertrag entscheidet, sind drei Dinge: die Bodenvorbereitung, der richtige Pflanzzeitpunkt und das Anhäufeln während des Wachstums. Wer hier sauber arbeitet, erntet im Sommer kräftige Knollen statt mickriger Mini-Kartoffeln.
In diesem Beitrag geben wir dir einen Überblick darüber, wie man Kartoffeln richtig pflanzt. Vom richtigen Standort übers Einpflanzen bis zur Pflege und Vermeidung von Krankheiten begleitet dich unser Guide von Anfang bis Ende. Starten wir mit der grundlegenden Frage: Wann sollte ich Kartoffeln denn eigentlich pflanzen?
Der richtige Zeitpunkt zum Kartoffeln pflanzen
Klassisch werden Kartoffeln zwischen Mitte April und Mitte Mai gepflanzt. Der eigentliche Indikator ist aber nicht der Kalender, sondern die Bodentemperatur: Sie muss konstant bei mindestens 7 bis 8 Grad liegen, besser 10 Grad. In kalter, zu nasser Erde keimen die Knollen nicht, sondern faulen.
Frühkartoffeln kannst du Ende März in geschützten Lagen setzen, solltest sie dann aber bei Spätfrost mit Vlies abdecken. Lagerkartoffeln gehen entspannt erst Anfang Mai in die Erde – nach den Eisheiligen bist du auf der sicheren Seite.
Die Standortauswahl – Wo kannst du Kartoffeln anbauen?
Kartoffeln brauchen vor allem zwei Dinge: einen sonnigen Standort und einen lockeren, gut durchlässigen Untergrund. Halbschatten geht zur Not, kostet aber Ertrag. Staunässe lässt die Knollen faulen – eine gute Ablaufmöglichkeit ist deshalb Voraussetzung, egal ob du im Bodenbeet, Hochbeet oder Kübel pflanzt.
Welcher Anbauort der richtige ist, hängt von deinem verfügbaren Platz und Möglichkeiten ab. Hier die drei gängigsten Varianten im Überblick.
Im Bodenbeet
Im Hochbeet wachsen Kartoffeln oft besser als im Bodenbeet. Die Erde erwärmt sich im Frühjahr schneller, du kannst früher pflanzen und früher ernten. Die Drainage lässt sich beim Aufbau gezielt einplanen, Staunässe ist damit kaum noch ein Thema. Und das Anhäufeln wird deutlich einfacher: Du füllst einfach Schicht für Schicht von oben Erde nach, statt von beiden Seiten anzuhäufeln.
Kartoffeln sind Starkzehrer, das heißt: Sie ziehen kräftig Nährstoffe aus dem Boden. Idealerweise düngst du schon im Herbst vor mit verrottetem Mist oder Kompost, damit sich die organische Substanz bis zum Frühjahr in pflanzenverfügbare Nährstoffe umsetzt. Frischer Mist hat im Kartoffelbeet nichts verloren – er fördert Schorf und Geschmacksprobleme.
Im Hochbeet
Im Hochbeet wachsen Kartoffeln oft besser als im Bodenbeet. Die Erde erwärmt sich im Frühjahr schneller, du kannst früher pflanzen und früher ernten. Die Drainage lässt sich beim Aufbau gezielt einplanen, Staunässe ist damit kaum noch ein Thema. Und das Anhäufeln wird deutlich einfacher: Du musst nicht von beiden Seiten Erde anhäufen, sondern füllst einfach Schicht für Schicht von oben nach.
Wichtig ist die Materialwahl des Hochbeets. Holz verrottet mit der Zeit, gerade bei feuchter Kartoffel-Erde. Wer sein Hochbeet selbst bauen will, findet bei Alupreisfux das passende Material – wartungsarm, langlebig und individuell anpassbar. Unsere Aluminium-Hochbeete sind hier eindeutig im Vorteil: Sie sind pulverbeschichtet, rosten nicht, verziehen sich nicht und halten über Jahrzehnte. Unsere einfaches Klicksystem macht den aufbau zu dem Kinderleicht.
Im Kübel, Topf oder Pflanzsack
Kein Garten und kein Hochbeet? Kein Problem. Kartoffeln wachsen auch im Kübel, Pflanzsack oder Eimer auf Balkon und Terrasse. Vorraussetzungen dafür: Dein Gefäß sollte mindestens 30 Liter fassen und unten Abzugslöcher haben. Pflanzsäcke aus stabilem Vlies haben den Vorteil, dass sie zur Ernte einfach umgekippt werden – das macht das Ausgraben überflüssig.
Als Drainage eignen sich Blähton oder grober Kies am Gefäßboden, darüber kommt lockere Pflanzerde. Auf Balkon und Terrasse achtest du besonders auf gleichmäßige Wasserversorgung: Gefäße trocknen schneller aus als Beete oder Hochbeete. Wer es kompakter mag, kann sich auch einen Kartoffelturm bauen – das ist eine vertikale Variante des Kübelanbaus.
Saatkartoffeln auswählen und Kartoffeln vorkeimen lassen
Verwende zertifizierte Saatkartoffeln aus dem Gartenfachhandel, keine Speisekartoffeln aus dem Supermarkt. Zertifiziertes Pflanzgut ist virusfrei, sortenecht und liefert deutlich höheren Ertrag. Speisekartoffeln aus dem Handel sind oft mit Keimhemmern behandelt und tragen Krankheitserreger, die du dir nicht ins Beet holen willst.
Beim Vorkeimen legst du die Saatkartoffeln ab Ende Februar oder Anfang März an einen hellen, kühlen Ort – etwa 10 bis 15 Grad. Eine flache Holzkiste oder ein Eierkarton reicht völlig. Nach drei bis vier Wochen haben sich kräftige, kurze, grünliche Keime gebildet. Das sind keine fadenförmigen Notkeime wie in der dunklen Speisekammer, sondern stabile Triebe, die dir zwei bis drei Wochen Wachstumsvorsprung bringen und die Anfälligkeit für Krankheiten senken.
Bei den Kartoffelsorten unterscheidest du grob drei Reifegruppen:
- Frühkartoffeln (z. B. Annabelle, Sieglinde): Erntereif ab Juni/Juli, zarte Schale, eher für den Sofortverzehr.
- Mittelfrühe Sorten (z. B. Laura, Marabel): Erntereif August/September, vielseitig.
- Späte Sorten (z. B. Bamberger Hörnchen, Linda): Erntereif September/Oktober, ideal als Lagerkartoffeln.
Kartoffeln pflanzen Schritt für Schritt Anleitung – Tiefe, Abstand, Reihen

Wie tief und mit welchem Abstand du pflanzt, hängt vom Anbauort ab. Die Grundlogik ist überall gleich – du legst die vorgekeimte Knolle mit den Keimen nach oben in die Erde und bedeckst sie mit lockerer Erde. Bei den konkreten Maßen gibt es aber Unterschiede.
Pflanzen im Bodenbeet
Ziehe mit der Hacke flache Furchen, etwa 10 bis 15 cm tief. Lege die Knollen behutsam mit den Keimen nach oben hinein, damit du die Triebe nicht abbrichst, und bedecke sie mit lockerer Erde.
Die wichtigsten Maße im Bodenbeet:
- Pflanztiefe: 10 bis 15 cm
- Abstand in der Reihe: 30 bis 35 cm
- Reihenabstand: 70 bis 80 cm
- Reihenausrichtung: möglichst in Nord-Süd-Richtung, damit beide Reihenseiten gleichmäßig Sonne bekommen
Nach dem Pflanzen ziehst du mit der Hacke einen kleinen Damm über die Reihe. Das schützt die Knollen vor Spätfrost und macht das spätere Anhäufeln einfacher.
Pflanzen im Hochbeet
Im Hochbeet kannst du dichter pflanzen, weil du nicht mit der Hacke zwischen den Reihen arbeiten musst. Rechne mit zwei bis drei Knollen pro Quadratmeter.
Lege die vorgekeimten Knollen auf eine etwa 20 cm dicke Erdschicht und bedecke sie mit weiteren 10 bis 15 cm Erde. Den Rest des Hochbeets füllst du erst später nach – sobald die Triebe rauswachsen, gibst du immer wieder Erde nach, bis das Beet zur Oberkante gefüllt ist. So sparst du dir das klassische Anhäufeln komplett.
Pflanzen im Kübel oder Pflanzsack
Fülle das Gefäß zunächst nur zu einem Drittel mit Pflanzerde – also etwa 15 bis 20 cm hoch über der Drainageschicht. Lege zwei bis drei vorgekeimte Knollen pro 40-Liter-Gefäß auf die Erde und bedecke sie mit weiteren 10 cm Erde.
Wenn die Triebe etwa 15 cm aus der Erde ragen, füllst du Erde nach, bis nur noch die obersten Blätter rausschauen. Das wiederholst du, bis das Gefäß voll ist. Funktionsweise wie im Hochbeet, nur im kleineren Maßstab.
Pflege während der Wachstumsphase – Anhäufeln, Gießen, Düngen
Nach dem Pflanzen läuft die meiste Arbeit unter der Erde ab – aber drei Pflegemaßnahmen entscheiden in den nächsten Wochen darüber, wie viele und wie große Knollen du erntest: Anhäufeln, gleichmäßiges Gießen und bedarfsgerechte Düngung.
Anhäufeln – die wichtigste Pflegemaßnahme bei Kartoffeln
Anhäufeln bedeutet, dass du während der Wachstumsphase mehrfach lockere Erde an die Kartoffelpflanze schiebst, sodass um den Pflanzenstängel ein Damm entsteht. Du ziehst die Erde mit einer Hacke von beiden Seiten der Reihe nach oben, bis nur noch die obersten Blätter herausschauen. Im Hochbeet oder Kübel füllst du stattdessen einfach Erde von oben nach – das Ergebnis ist das gleiche.
Den ersten Durchgang machst du, sobald die Pflanzen 15 bis 20 cm aus dem Boden ragen. Den zweiten etwa zwei bis drei Wochen später, wenn die Triebe wieder ein gutes Stück gewachsen sind. In den meisten Fällen reichen zwei Durchgänge, bei sehr leichten Sandböden kann auch ein dritter sinnvoll sein.
Das Anhäufeln erfüllt drei Funktionen gleichzeitig:
1. Schutz vor Sonnenlicht und Solanin – Kartoffelknollen, die ans Licht kommen, werden grün. Diese Grünfärbung zeigt an, dass sich Solanin gebildet hat – ein natürlicher Giftstoff der Pflanze, der die Knollen ungenießbar macht und in größeren Mengen sogar gesundheitsschädlich ist. Eine dicke Erdschicht hält die Knollen im Dunkeln und damit essbar.
2. Mehr Raum für neue Knollen – Kartoffeln bilden ihre Knollen nicht an den Wurzeln, sondern an unterirdischen Seitentrieben – den sogenannten Stolonen. Je länger der Pflanzenstängel mit Erde bedeckt ist, desto mehr Stolonen kann er ausbilden. Mehr Stolonen heißt: mehr Knollen pro Pflanze und damit deutlich höherer Ertrag. Eine nicht angehäufelte Kartoffel bildet trotzdem Knollen – aber oft nur eine Handvoll, und die liegen dann teilweise frei.
3. Lockerer Boden und Unkrautkontrolle – Beim Anhäufeln lockerst du nebenbei den Boden auf und reißt junges Unkraut zwischen den Reihen mit raus. Zwei Pflegearbeiten in einem Arbeitsgang – das spart Zeit und hält den Boden in Schwung.
Wichtig: Häufele bei trockenem Boden an, nicht direkt nach Regen. Klumpige, nasse Erde verdichtet sich rund um den Stängel und schadet mehr, als sie nützt.
Gießen

Kartoffeln brauchen vor allem während der Blüte und der Knollenbildung gleichmäßige Feuchtigkeit. Trockenstress in dieser Phase kostet massiv Ertrag, weil die Pflanze die Knollenbildung dann einfach einstellt. Staunässe ist allerdings genauso schädlich – sie führt zur Fäulnis der Knollen. Lieber alle paar Tage durchdringend wässern als täglich oberflächlich.
Düngen
Wenn du im Herbst Kompost eingearbeitet hast, reicht das in den meisten Böden für die gesamte Saison. Bei mageren Standorten kannst du beim Anhäufeln eine zweite Gabe reifen Kompost mit einarbeiten.
Auf stickstoffbetonten Mineraldünger wie Blaukorn solltest du verzichten. Stickstoff fördert vor allem das oberirdische Wachstum – also Blätter und Stängel. Die Pflanze wird dann zwar grün und üppig, steckt ihre Energie aber ins Laub statt in die Knollen. Das Ergebnis: ein schönes Beet, aber mickrige Ernte. Für die Knollenbildung sind Kalium und Phosphor wichtiger, und beide stecken in ausreichender Menge bereits in reifem Kompost oder gut verrottetem Mist.
Krankheiten und Schädlinge erkennen und vermeiden
Die zwei häufigsten Probleme:
Krautfäule- und Knollenfäule: ist eine Pilzkrankheit, die bei feuchtwarmem Wetter auftritt. Erkennbar an braunen Flecken auf den Blättern, die sich rasend schnell ausbreiten. Befallenes Laub sofort entfernen und im Restmüll entsorgen, nicht auf den Kompost. Vorbeugend hilft luftiger Reihenabstand und das Wässern von unten.

Kartoffelkäfer: sind die gelb-schwarz gestreiften Käfer, deren rotorange Larven dir innerhalb weniger Tage ganze Pflanzen kahlfressen können. Tägliches Absammeln ist die zuverlässigste Methode im Hausgarten. Wer Hühner hat, lässt sie das gerne übernehmen.

Daneben gibt es Schorf, Drahtwürmer und diverse weitere Pilzkrankheiten – die meisten davon bekommst du mit gesundem Boden, Fruchtfolge und zertifiziertem Pflanzgut gut in den Griff.
Häufige Fehler beim Kartoffelanbau
Die meisten Ernte-Enttäuschungen beim Kartoffelanbau lassen sich auf eine Handvoll wiederkehrender Fehler zurückführen – und die passieren meist schon vor oder beim Pflanzen, nicht erst während der Wachstumsphase. Wer diese sieben Punkte im Blick hat, vermeidet die häufigsten Probleme von vornherein:
- Zu früh gepflanzt: Kalte, nasse Erde lässt Knollen faulen statt keimen.
- Speisekartoffeln aus dem Supermarkt verwendet: Schlechter Ertrag, Krankheitsrisiko.
- Nicht vorgekeimt: Kostet zwei bis drei Wochen Vegetationszeit.
- Anhäufeln vergessen: Grüne, ungenießbare Knollen und geringerer Ertrag.
- Zu eng gepflanzt: Pilzkrankheiten haben leichtes Spiel, Knollen bleiben klein.
- In Staunässe-Boden gepflanzt: Fäulnis statt Ernte.
- Frischen Mist eingearbeitet: Schorf und Geschmacksprobleme.
Fruchtfolge – warum Kartoffeln den Standort wechseln müssen
Wer mehrere Jahre hintereinander Kartoffeln an derselben Stelle anbaut, bekommt mit der Zeit Probleme: Bodenbürtige Krankheiten und Schädlinge wie Nematoden oder Pilzsporen reichern sich im Boden an, gleichzeitig laugt der Boden einseitig aus. Der Ertrag bricht ein, die Pflanzen werden anfälliger. Die Lösung heißt Fruchtfolge – also der gezielte Wechsel der angebauten Pflanzenfamilien auf der gleichen Fläche.
Die Grundregel ist einfach: Kartoffeln dürfen frühestens nach vier Jahren wieder in dieselbe Erde. Wie du das praktisch umsetzt, hängt vom Anbauort ab.
Im Bodenbeet
Hier führt kein Weg an einer echten Fruchtfolge vorbei. Plane dein Gemüsebeet langfristig in mindestens vier Quadranten und rotiere durch. Tomaten, Paprika, Auberginen und Kartoffeln gehören alle zur Familie der Nachtschattengewächse. Sie teilen sich Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule. Das heißt – sie dürfen weder gleichzeitig nebeneinander stehen noch in der Fruchtfolge direkt aufeinander folgen. Wer nach den Kartoffeln im nächsten Jahr im selben Beet Tomaten pflanzt, holt sich genau die Probleme ins Beet, die er gerade loswerden wollte. Wie du es bei Tomaten richtig machst, findest du in unserem Beitrag zum Tomaten pflanzen.
Gute Vorgänger und Nachfolger für Kartoffeln sind dagegen Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen), Kohlarten oder Zwiebelgewächse.
Im Hochbeet
Im Hochbeet gilt die gleiche Vier-Jahres-Regel wie im Bodenbeet – Krankheitserreger und Schädlinge unterscheiden nicht, ob die Erde in einem Rahmen liegt oder nicht. Du hast aber zwei Vorteile gegenüber dem Bodenbeet.
Erstens kannst du das Hochbeet in den Folgejahren mit anderem Gemüse bepflanzen und Kartoffeln einfach erst nach vier Jahren wieder reinsetzen. Sinnvoll sind nach den nährstoffhungrigen Kartoffeln Schwachzehrer wie Bohnen, Erbsen oder Kräuter – Hülsenfrüchte binden über ihre Wurzeln sogar Stickstoff und regenerieren den Boden teilweise selbst.
Zweitens kannst du, wenn du regelmäßig Kartoffeln im Hochbeet anbauen willst, die obere Erdschicht von etwa 30 cm austauschen. Das umgeht das Fruchtfolge-Problem, weil du im Grunde mit frischem Boden startest. In jedem Fall lohnt es sich, die Erde jährlich mit reifem Kompost aufzufrischen, weil Kartoffeln die Nährstoffe stark beanspruchen.
Im Kübel, Topf oder Pflanzsack
Hier spielt Fruchtfolge praktisch keine Rolle, weil du die Erde ohnehin nach jeder Saison komplett austauschst. Die alte Pflanzerde kommt auf den Kompost – außer du hattest Krankheiten wie Krautfäule, dann ab in den Restmüll. In die nächste Saison startest du mit frischer Erde, was gleichzeitig der größte Vorteil des Kübelanbaus ist: Du hast nie ein Fruchtfolge-Problem, dafür musst du jedes Jahr Erde nachkaufen oder selbst kompostieren.
Ernte und Lagerung

Wann sind Kartoffeln erntereif?
Wann du erntest, hängt davon ab, ob du Frühkartoffeln oder Lagerkartoffeln angebaut hast. Beide haben unterschiedliche Reifezeitpunkte und auch unterschiedliche Eignung – Frühkartoffeln sind für den schnellen Verzehr gedacht, Lagerkartoffeln für den Winter.
Frühkartoffeln kannst du ab Juni oder Juli ernten – etwa 90 Tage nach dem Pflanzen. Du musst dabei nicht die ganze Pflanze ausgraben: Greif vorsichtig mit der Hand am Rand der Pflanze in die Erde und taste nach Knollen. Was groß genug ist, nimmst du raus, der Rest darf weiterwachsen. Diese Methode nennt man „stoppeln“. Frühkartoffeln haben eine dünne, empfindliche Schale und sollten innerhalb weniger Wochen verbraucht werden – lagerfähig sind sie nicht.
Lagerkartoffeln brauchen länger und werden erst geerntet, wenn das oberirdische Kraut komplett abgestorben ist. Das heißt: Die Blätter werden gelb, dann bräunlich, schließlich vertrocknen die Stängel und legen sich um. Das ist meist drei bis vier Monate nach dem Pflanzen der Fall, je nach Sorte und Witterung also irgendwann zwischen August und Oktober.
Warum man bei Lagerkartoffeln auf das abgestorbene Kraut wartet: Solange die Pflanze grün ist, lagert sie weiter Stärke in die Knollen ein und bildet die feste Schale aus, die später die Lagerfähigkeit sichert. Erntest du zu früh, sind die Knollen kleiner, weicher und faulen im Lager schneller.
Ein zuverlässiges Zeichen für Lagerreife ist deshalb die Schale: Reibe mit dem Daumen über eine Probeknolle. Lässt sich die Schale leicht abreiben, ist die Kartoffel noch nicht lagerfähig – sie ist sogenannte „schalenfeste“ Ware, die du frisch essen, aber nicht aufbewahren kannst. Erst wenn die Schale fest am Fleisch haftet und sich nicht mehr lösen lässt, ist die Knolle lagerreif.
So erntest du richtig
Ernte am besten wenn es trocken ist. Nasse Knollen bringen Erde mit ins Lager, und feuchte Erde an der Schale fördert Fäulnis.
Verwende eine Grabegabel statt eines Spatens. Die runden Zinken der Gabel verletzen die Knollen weniger als die gerade Klinge eines Spatens. Steche etwa 20 bis 25 cm neben der Pflanze in den Boden ein und hebe die ganze Pflanze samt Wurzelballen vorsichtig aus der Erde – die Knollen hängen daran. Suche danach den umliegenden Boden mit der Hand nach übersehenen Knollen ab, sonst wachsen die im nächsten Jahr als sogenannte „Durchwuchs-Kartoffeln“ wild im Beet und durchkreuzen deine Fruchtfolge.
Lass die geernteten Knollen anschließend für ein paar Stunden im Freien an der Luft trocknen, damit die anhaftende Erde abbröselt und die Schale leicht nachhärtet. Aber: nicht in der prallen Sonne und nicht zu lange, sonst werden sie grün.
Sortiere direkt beim Ernten aus:
- Beschädigte Knollen (Spaten- oder Gabelstiche) → in die Küche, nicht ins Lager
- Sehr kleine Knollen → in die Küche oder als nächste Saatkartoffel verwenden, falls gesund
- Faule oder kranke Knollen → in den Restmüll, nicht auf den Kompost
Wasche die Kartoffeln vor dem Einlagern nicht. Die anhaftende, trockene Erde schützt die Schale und verhindert, dass Feuchtigkeit eindringt.
Kartoffeln richtig lagern
Damit Lagerkartoffeln den Winter über halten, brauchen sie vier Bedingungen: Es muss dunkel, kühl, trocken und luftig sein.
- Dunkel: Licht lässt Kartoffeln grün werden – das ist wieder das Solanin, das wir schon beim Anhäufeln erklärt haben. Grüne Stellen sind ungenießbar und müssen großzügig weggeschnitten werden.
- Kühl: Ideal sind 4 bis 8 Grad. Unter 4 Grad wandelt sich die Stärke in der Knolle in Zucker um – die Kartoffel schmeckt dann süßlich. Über 10 Grad keimt sie zu früh aus.
- Trocken: Feuchtigkeit fördert Fäulnis. Ein Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit kann funktionieren, solange die Knollen selbst trocken sind und Luft zirkuliert.
- Luftig: Stapel die Kartoffeln nicht in geschlossenen Plastiktüten oder dichten Behältern. Geeignet sind Holzkisten, Jutesäcke oder spezielle Kartoffelhorden – alles, was Luft durchlässt.
Klassische Lagerorte sind ein kühler Keller, eine frostfreie Garage oder ein gut isolierter Schuppen. Im Wohnbereich oder in einer beheizten Speisekammer halten Kartoffeln meist nur wenige Wochen, weil es dort zu warm ist.
Schau alle paar Wochen ins Lager: Eine einzige faulende Knolle steckt schnell die Nachbarn an – die musst du raussortieren, bevor sie das ganze Lager ruiniert.
FAQ zum Thema Kartoffeln pflanzen
Ab welcher Bodentemperatur kann ich Kartoffeln pflanzen?
Die Bodentemperatur sollte konstant bei mindestens 7 bis 8 Grad liegen, ideal sind 10 Grad. Erst dann keimen die Knollen zuverlässig.
Wie oft muss ich Kartoffeln anhäufeln?
In der Regel ein- bis zweimal: das erste Mal, wenn die Pflanzen 15 bis 20 cm hoch sind, das zweite Mal zwei bis drei Wochen später. Im Hochbeet oder Kübel füllst du stattdessen einfach Erde nach.
Wann sind Frühkartoffeln erntereif?
Frühkartoffeln kannst du je nach Sorte und Witterung bereits ab Juni oder Juli ernten – meist etwa 90 Tage nach dem Pflanzen.
Woran erkenne ich, dass Lagerkartoffeln reif sind?
Das Kraut ist vollständig abgestorben, und die Schale der Knollen lässt sich nicht mehr mit dem Daumen abreiben.
Wie viele Saatkartoffeln brauche ich pro Quadratmeter?
Im Bodenbeet rechnest du mit etwa fünf bis sechs Knollen pro Quadratmeter, im Hochbeet je nach Platz mit zwei bis drei.
Kann ich Kartoffeln auch ohne Vorkeimen pflanzen?
Ja, aber du verlierst zwei bis drei Wochen Vegetationszeit und holst dadurch deutlich weniger Ertrag. Gerade bei Frühkartoffeln lohnt sich das Vorkeimen besonders.

